Vogelgrippe: Neuer Ausbruch in Österreich gemeldet
Österreich sieht sich einer neuen Geflügelgrippe-Epidemie gegenüber, während Zugvögel, Träger des H5N1-Virus, massenhaft durch Europa ziehen. Neben den Fällen bei Wildvögeln wurden nun auch Ausbrüche in landwirtschaftlichen Betrieben (Burgenland und Steyr) festgestellt, was Tötungen, Schutz- und Quarantänezonen erforderlich macht, während das Land als „Hochrisikogebiet“ eingestuft wurde.
Die Zugvögel, Hauptüberträger des Geflügelgrippe-Virus in Europa
Zugvögel ziehen derzeit in großer Zahl durch Europa, was das Risiko der Einschleppung des H5N1-Virus in österreichische Geflügelbetriebe erhöht. Diese Migrationszeit begünstigt die Viruszirkulation, verstärkt durch das Zusammenziehen der Vögel an Feuchtgebieten im Herbst. In der Schweiz wurde am 4. November in Vinelz (BE) eine tot aufgefundene Graugans positiv auf H5N1 getestet, was die Aktivität des Virus auf dem Kontinent bestätigt.
Dies ist der elfte Fall seit 2024 in der Schweiz. Wie Barbara Wieland, Veterinärin und Direktorin des Instituts für Virologie und Immunologie, erklärt: „Je mehr infizierte Vögel in großer Höhe ziehen, desto höher ist das Risiko einer Ansteckung von Geflügel in tiefer gelegenen Betrieben.“ In Österreich wurden infizierte Wildvögel in Kärnten, Niederösterreich und Oberösterreich festgestellt, weshalb das Gesundheitsministerium das Land ab dem 3. November als „Risikogebiet“ einstufte. Die Fütterung im Freien ist verboten, um den Kontakt mit Zugvögeln zu minimieren.
Der erste landwirtschaftliche Ausbruch des Jahres wurde im Burgenland in einem kleinen Betrieb im Bezirk Neusiedl am See festgestellt, wo mehrere tote Tiere gefunden wurden. H5N1 wurde bei Hühnern, Enten, Gänsen, Truthähnen und Ziervögeln nachgewiesen. Der Betrieb wurde unter Quarantäne gestellt, und Schutz- sowie Überwachungszonen wurden eingerichtet, um die Ausbreitung zu begrenzen. Dies markiert die erste Infektion in einem Betrieb seit Beginn der Epidemie.

170 Tiere von der Geflügelgrippe in Österreich betroffen
Die Lage verschärft sich: In einem Betrieb wurden etwa 170 Tiere betroffen. Die überlebenden Tiere wurden präventiv getötet, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Eine Schutzzone von drei Kilometern wurde eingerichtet, in der alle Geflügelbetriebe klinisch untersucht und bei Bedarf Proben entnommen werden. Eine Überwachungszone von zehn Kilometern soll die Entwicklung der Epidemie kontrollieren, unterstützt durch stichprobenartige Inspektionen. Bislang waren vor allem Wildvögel, insbesondere Schwäne, betroffen.
Ein weiterer Ausbruch trat in einem Betrieb mit 700 Gänsen in Steyr auf, wo mehrere Tiere starben. Die Nähe zu positiv getesteten Wildvögeln erklärt die schnelle Ansteckung. Die Gesundheitsbehörden bestätigen, dass der gesamte Bestand getötet wird, um die Ausbreitung von H5N1 zu stoppen.
Schutz- und Überwachungszonen eingerichtet
In Steyr wurden eine 21-tägige Schutzzone und eine 30-tägige Überwachungszone eingerichtet, um neue Ausbrüche zu kontrollieren. Geflügel muss eingesperrt werden, und der Zugang zu den Ställen ist nur autorisierten Personen erlaubt. Strenge Desinfektionsprotokolle sollen eine Kontamination von Material verhindern. Der H5N1-Stamm zirkuliert weiterhin aktiv in mehreren Bundesländern, was das hohe Risiko bestätigt.
Seit dem 3. November ist das gesamte österreichische Staatsgebiet als „Hochrisikogebiet“ eingestuft. Landwirte werden aufgefordert, die Biosicherheit zu erhöhen, um neue Infektionen zu verhindern. Die Kombination aus Schutz- und Überwachungszonen soll die Virusausbreitung verlangsamen und den nationalen Bestand schützen.
Österreich bleibt stark durch H5N1 exponiert, mit Zugvögeln als Vektoren und mehreren Ausbrüchen in Betrieben. Schutz- und Überwachungsmaßnahmen werden verstärkt, um die Ausbreitung zu begrenzen. Landwirte und Behörden müssen wachsam bleiben, um neue Fälle zu verhindern und das österreichische Geflügel zu schützen.
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