Igls im Stillstand: 30 Millionen Euro investiert, doch die Rodelbahn bleibt ungültig
Im vergangenen Jahr wurden fast 30 Millionen Euro in die Renovierung des Eiskanals von Igls investiert. Um eine historische Bahn zu modernisieren und erneut Weltcups im Bob. Skeleton und Rodeln auszurichten. Doch zu Beginn der Saison 2025/2026 hat sich die Lage verändert: Bei den Testfahrten wurde die renovierte Bahn als zu gefährlich eingestuft – die Homologation ist gescheitert. Das Ergebnis: Die Eröffnung der Rodelsaison in Igls wurde abgesagt.
Was in Igls passiert ist — misslungene Renovierung und Absage des Rodelns
Österreich : Die Olympia Eiskanal Innsbruck-Igls Bahn, die für fast 30 Millionen Euro renoviert wurde. Erlitt bei den Homologationstests für die Saison 2025/2026 einen schweren Rückschlag. Trotz des umfangreichen Umbaus im unteren Teil der Strecke. Einschließlich einer neu gestalteten Auslaufzone sowie Anpassungen an den komplexen Kurven. Traten bei den Testfahrten erhebliche Mängel zutage. Insbesondere der Abschnitt zwischen den Kurven 13 und 14 wurde als gefährlich eingestuft. Die enge Linienführung und das erhöhte Risiko eines Bahnverlassens führten dazu, dass der Internationale Rodelverband (FIL) die Homologation verweigerte.

Nach einem zweiten Validierungsversuch, trotz einiger Anpassungen – darunter Holzbarrieren, die die Linie „absichern“ sollten. Wurde die Bahn weiterhin nicht als sicher angesehen. Die direkte Folge: Die für Anfang Dezember 2025 geplante Rodel-Weltcupstation in Igls wurde abgesagt. Die Athleten und der Verband waren der Meinung, dass es unverantwortlich gewesen wäre, den Wettkampf unter solchen Bedingungen durchzuführen.
Unmittelbare Folgen und Unsicherheiten für die Zukunft
Für das Rodeln ist das Scheitern der Homologation ein schwerer Schlag: Nicht nur der ursprünglich in Igls geplante Weltcup fällt aus, auch die Bahn ist. Trotz massiver Investitionen – derzeit für diese Disziplin unbenutzbar. Das nimmt den Athleten eine Trainings- und Wettkampfstätte auf ihrer „Heimbahn“ – ein besonders heikler Nachteil in einer vorolympischen Phase.
Für Bob und Skeleton ist die Lage hingegen teilweise gerettet: Die Bahn wurde nach weiteren Anpassungen und erfolgreichen Tests vom International Bobsleigh & Skeleton Federation (IBSF) für diese Disziplinen homologiert. Damit kann der Bob- und Skeleton-Weltcup Ende November 2025 in Igls wie geplant stattfinden.

Doch über die unmittelbaren Wettkämpfe hinaus wirft dieses Fiasko zahlreiche Fragen zur Zukunft der Bahn auf. Aus sportlicher Sicht ist das Vertrauen der Athleten und Verbände erschüttert. Aus institutioneller Sicht wirft die Investition von fast 30 Millionen Euro ohne greifbares Ergebnis für das Rodeln einen Schatten auf zukünftige Modernisierungs- oder Renovierungsprojekte in diesem Bereich. Der Fall zeigt: Auf Bahnen des Schlittensports reichen Geld und bauliche Maßnahmen nicht aus. Sicherheit und technische Konzeption müssen makellos sein, um internationalen Standards zu entsprechen.
Die misslungene Renovierung der Bahn in Igls zeigt, dass selbst massive Investitionen keine Sicherheit oder Normkonformität garantieren. Im Hochgeschwindigkeitssport gibt es keinen Spielraum für Fehler. Dennoch kann die Bahn gerettet werden, wenn die Verantwortlichen die gefährlichen Kurven ernsthaft überarbeiten. Neue Tests durchführen und transparent mit Verbänden und Athleten zusammenarbeiten. Kurz gesagt: Geld allein reicht nicht – nur eine gründliche, nachhaltige technische Vorgehensweise kann die Sicherheit der Sportler gewährleisten.
