ÖVP-FPÖ: Das Bündnis, das die Republik lahmlegt
Österreich, unangefochtener Meister der Stabilität, sucht noch immer nach einem Budget für 2025 und lebt unter einer Koalition, die nur eine Stimme Mehrheit hat. Alles nur, weil ein logisches Bündnis zwischen ÖVP und FPÖ nach sechs Wochen in die Luft flog! So ist das Land vom „alles ist möglich“ ins „nichts funktioniert mehr“ abgerutscht.

September 2024 bis Januar 2025: Vom FPÖ-Triumph in die totale Sackgasse
Am 29. September 2024 holen Herbert Kickl und seine FPÖ 28,8 % und werden erstmals seit dem Ende des Nationalsozialismus die stärkste Partei Österreichs. Die Gewinnerthemen? Migration („Asyl Null“), Kaufkraft (Inflation +9 % im Jahr 2024), Brüssel-Ablehnung und eine ordentliche Portion Anti-Eliten-Rhetorik.
Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Grüner und erbitterter Kickl-Gegner, weigert sich, ihn zum Kanzler zu ernennen. Er setzt die berühmte „Brandmauer“ und beauftragt Karl Nehammer (ÖVP) mit der Bildung einer Koalition ohne FPÖ. Ziel: ÖVP + SPÖ + NEOS.
Drei Monate lang stocken die Gespräche. Die ÖVP will massive Budgetkürzungen, die SPÖ lehnt Rentenkürzungen ab, die NEOS blockieren bei Steuern. Ergebnis: Kompletter Misserfolg Anfang Januar 2025. Inzwischen stürzt die ÖVP in Umfragen ab (kaum noch 20 %) und Nehammer wird gedrängt, zurückzutreten. Die konservative Partei hat keine Wahl mehr: Sie muss mit dem marineblauen Teufel reden.
Februar 2025: Die ÖVP-FPÖ-Verhandlungen explodieren mitten im Flug
Die Gespräche starten endlich am 6. Januar 2025. Theoretisch 52 % der Abgeordneten aus zwei Parteien – eine komfortable Mehrheit. In Wirklichkeit kalter Krieg.
Die 3 roten Linien, die alles scheitern ließen:
- Das Innenministerium: Kickl will es unbedingt selbst. Volle Macht über Polizei und Asyl. Die ÖVP verweigert kategorisch: „Keine Übergabe der Sicherheitskräfte an die Extreme Rechte.“
- Russland und die EU: Die FPÖ will Moskau nicht als „Aggressorstaat“ bezeichnen und fordert ein Referendum über die Sanktionen. Für die proeuropäische ÖVP eine nicht verhandelbare Bedingung.
- Die „Remigration“: Massenabschiebung von Ausländern, sogar von in Österreich Geborenen. Die ÖVP würde eine Verschärfung akzeptieren … aber nicht bis zur Aberkennung der Staatsbürgerschaft.
Am 12. Februar 2025, nach sechs Wochen geheimer Treffen, der Bruch. Christian Stocker, neuer ÖVP-Chef, wirft Kickl „absolute Machtgier“ vor. „Verrat am Volkswillen“, kontert Kickl. Nie dagewesen: 136 Tage Regierungskrise – ein Rekord in der jüngeren Geschichte.
März bis November 2025: Die „Verlierer-Koalition“ und das anhaltende Chaos
Um das Horrorszenario zu verhindern, schließt die ÖVP ein Bündnis mit ihren Erzfeinden SPÖ und den neoliberalen NEOS. Christian Stocker wird Kanzler einer Dreierkoalition … die im Nationalrat nur eine einzige Stimme Mehrheit hat. Acht Monate später, im November 2025, ist die Bilanz bereits katastrophal:
- Kein Budget 2025: Österreich lebt seit 1. Dezember 2024 im Zwölftel-Regime, keine Investitionsausgaben, Krankenhäuser blockiert, Gemeinden am Hungertuch.
- FPÖ bei 35 % in allen Umfragen (neueste Zahlen Market/Lazarsfeld, 20. November). Kickl wiederholt wöchentlich „Koalition der Verlierer“ – und hat rechnerisch recht.
- Fast wöchentliche Demonstrationen in Wien, Streiks im öffentlichen Dienst und unterschwellige Wut auf dem Land.
- Hybrid-Programm: Die neue Koalition hat 70 % der FPÖ-Migrationsmaßnahmen übernommen (Einfrieren des Familiennachzugs, Asyl-Null bei Krisen), aber nicht bis zum Äußersten gegangen. Ergebnis: Alle sind sauer – die Moderaten wie die Harten.
Die Österreicher haben das Gefühl, das Schlimmste aus beiden Welten zu bekommen: weder echte Zäsur noch echte Stabilität.
Das Scheitern der ÖVP-FPÖ-Koalition ist keine bloße Anekdote. Es ist das Symptom einer österreichischen Demokratie, die immer offensichtlicher an Brüchen leidet. Kickl ist heute nicht Kanzler … aber er war noch nie so nah dran wie morgen.
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