Streik in der Sozialwirtschaft in Österreich: Eine Woche Mobilisierung für faire Löhne
Die erste Dezemberwoche 2025 war geprägt von einer starken Mobilisierung der Beschäftigten im Bereich der Sozialwirtschaft in Österreich, also in privaten Einrichtungen des Gesundheitswesens, der Pflege und der sozialen Unterstützung. Über 130.000 Fachkräfte, verteilt auf etwa 300 Einrichtungen im ganzen Land, nahmen an teilweisen Arbeitsniederlegungen teil, um eine dringend benötigte Lohnerhöhung einzufordern.
Hintergrund und Ablauf des Streiks in der Sozialwirtschaft
Der Konflikt betrifft den privaten Gesundheits-, Pflege- und Sozialsektor in Österreich, organisiert unter Sozialwirtschaft Österreich (SWÖ). Dieser Sektor beschäftigt rund 130.000 Personen in Pflegeeinrichtungen, sozialen Diensten oder Betreuungsangeboten für ältere, behinderte oder hilfsbedürftige Menschen.
Angesichts eines von den Arbeitgebern als unzureichend angesehenen Lohnangebots – eine vorgeschlagene Erhöhung von etwa 1,71 % für 2026 auf die Kollektivvertragslöhne und 1,3 % auf die Ist-Löhne, mit ähnlichen Steigerungen für 2027 – erklärten die Gewerkschaften GPA und vida das Angebot als deutlich unzureichend.

Um Druck auszuüben, wurde eine Woche teilweiser Streiks (Warnstreiks) zwischen Dienstag und Donnerstag durchgeführt. Die fast 300 Einrichtungen im ganzen Land betraf. Die Arbeitsunterbrechungen von einigen Stunden sollten die Entschlossenheit der Beschäftigten zeigen, ohne die Versorgung vollständig zu gefährden.
Die Aktion soll mit einer symbolischen Mobilisierung vor den Büros der Arbeitgeber gipfeln: einer „Lichter-Menge“, einer Lichtdemonstration. Die am Ende der Woche stattfinden soll, als Auftakt zur nächsten Verhandlungsrunde am 11. Dezember 2025.
Bedeutung und Ziele der Mobilisierung
Die Forderungen sind einfach, aber bedeutsam: Die Beschäftigten verlangen eine Lohnerhöhung von +4 %. Um die Inflation auszugleichen, die Härte ihrer Arbeit anzuerkennen und die Attraktivität des Sektors langfristig zu sichern.
Die Gewerkschaften warnen: Ohne reale Lohnerhöhung wird der Sektor unattraktiv, was die Qualität der Pflege- und Sozialdienste gefährden könnte. Die ohnehin stark beansprucht sind. Sie kritisieren auch ein Ungleichgewicht zwischen den vom Personal geforderten Leistungen und den zur Verfügung gestellten Mitteln der Arbeitgeber.
Die Mobilisierung zeigt, dass die oft unsichtbaren Beschäftigten des Sektors bereit sind, sich kollektiv für ihre Rechte einzusetzen. Die Warnstreiks ermöglichen es, Unzufriedenheit zu äußern. Ohne den Zugang zu Pflegeleistungen vollständig zu gefährden, was eine pragmatische und verantwortungsbewusste Strategie offenbart.
Der Zeitplan der Verhandlungen bleibt entscheidend: Der 11. Dezember wird richtungsweisend sein. Sollten die Arbeitgeber keine der Erwartung entsprechenden Lohnerhöhung gewähren, könnten die Gewerkschaften den Druck erhöhen, was erhebliche Folgen für den sozialen und gesundheitlichen Sektor in Österreich hätte.

Die Streikwoche in der Sozialwirtschaft zeigt, dass die Beschäftigten durch überlegte kollektive Aktionen Einfluss auf die Verhandlungen nehmen können. Sie unterstreicht die Notwendigkeit, die Arbeit im sozialen und gesundheitlichen Bereich anzuerkennen und gerecht zu entlohnen. Das Ergebnis der Verhandlungen am 11. Dezember 2025 wird entscheidend für Löhne und die Wertschätzung dieser essenziellen Berufe sein.