Wien Gebührenerhöhungen 2026: Was Hundesteuer, Sportabgabe und Straßengebühren für Bürger bedeuten
Ab März 2026 müssen zahlreiche Wiener Haushalte und Unternehmen mit höheren Abgaben rechnen. Die rot-pinke Koalition aus SPÖ und NEOS hat ein umfangreiches Gebührenpaket angekündigt, das laut Berechnungen der Stadt jährlich mindestens 65,5 Millionen Euro einbringen soll. Von der Hundesteuer bis zu Verwaltungsabgaben viele Bereiche des Alltags sind betroffen. Doch wie verändern sich die Gebühren konkret, und warum hält die Stadt eine Anpassung gerade jetzt für notwendig?
Das Gebührenpaket im Überblick: 300 Posten betroffen
Die Sammelnovelle umfasst rund 300 unterschiedliche Gebühren. Sie soll im Frühjahr 2026 in Kraft treten, sobald die gesetzlich vorgesehenen Fristen abgelaufen sind. Nach Angaben der Stadt wurde ein Großteil dieser Abgaben jahrzehntelang nicht angepasst. Ein Beispiel ist die Hundesteuer, deren Tarif seit 1989 unverändert geblieben ist.
Die zusätzlichen Einnahmen sind Teil der Budgetkonsolidierung, mit der die Koalition das prognostizierte Defizit von 2,65 Milliarden Euro reduzieren möchte. Nach städtischen Angaben sollen die Erhöhungen eine verlässlichere Finanzierung jener Bereiche ermöglichen, deren Betriebskosten seit Jahren steigen.
Hundesteuer: Deutliche Erhöhung für Vierbeinerbesitzer
Die geplante Hundesteuer Wien Erhöhung zählt zu den öffentlich am stärksten diskutierten Maßnahmen. Konkret wird der erste Hund künftig 120 Euro pro Jahr kosten bisher waren es 72,67 Euro. Das entspricht einer Steigerung von rund 65 Prozent. Für weitere Hunde steigt die Abgabe von 109 Euro auf 160 Euro. Ab 2027 sollen alle Tarife vereinheitlicht und auf 120 Euro je Tier festgelegt werden.
Für als gefährlich eingestufte Rassen gelten weiterhin höhere Sätze. Gleichzeitig bleiben Befreiungen für Menschen mit niedrigem Einkommen und für Hunde aus Tierheimen bestehen. Nach Angaben der Stadt wird die Anpassung unter anderem mit den Kosten für die Pflege der Infrastruktur begründet: Wien betreibt nach aktuellen Daten mehr als 200 Hundezonen, rund 4.000 Kotsackerlspender und zahlreiche Wasserstellen.

Sportförderungsbeitrag und Wettabgaben steigen
Auch im Sportbereich sind deutliche Änderungen vorgesehen. Der Wiener Sportförderungsbeitrag wird auf 12,5 Prozent erhöht, ein Plus von rund 25 Prozent. Er betrifft Veranstaltungen mit Eintrittskarten und fließt in die Finanzierung von Sportstätten und Förderprogrammen.
Parallel dazu steigt die Abgabe für Wettterminals von 350 Euro auf 525 Euro pro Gerät. Nach Angaben der Stadt sollen damit steigende Betriebskosten abgefedert und bestehende Strukturen langfristig gesichert werden.
Verwaltungs- und Straßennutzungsgebühren: Was Unternehmen erwartet
Gewerbetreibende müssen sich ebenfalls auf höhere Belastungen einstellen. Der Höchstrahmen für Verwaltungsabgaben wird von 1.500 Euro auf 4.000 Euro angehoben. Welche genauen Tarife künftig gelten, wird später per Verordnung festgelegt.
Die Gebrauchsabgabe für öffentlichen Raum etwa für Warenpräsentationen vor Geschäften, Materialien auf Gehsteigen oder Baustelleneinrichtungen steigt ebenfalls. Besonders betroffen sind sogenannte Mozartverkäufer in touristischen Zonen. Ihre monatlichen Gebühren verdoppeln sich nahezu und liegen künftig bei etwa 350 Euro. Zusätzlich werden auch Kanal- und Wasseranschlussgebühren angepasst.
Valorisierung: Automatische Anpassung an Inflation

Ein wesentlicher Teil des SPÖ-NEOS-Pakets ist die Valorisierung. Viele Gebühren werden künftig automatisch an den Verbraucherpreisindex gekoppelt. In der Praxis bedeutet das: Regelmäßige, kleinere Anpassungen ersetzen die bislang langen Phasen ohne Änderungen.
Laut Stadtverwaltung soll dies verhindern, dass Gebühren wie in den vergangenen Jahrzehnten – über lange Zeiträume unverändert bleiben. Die automatische Anpassung soll zudem sicherstellen, dass soziale Ausnahmen weiterhin berücksichtigt werden.
Positionen und Kritik: Was sagen Stadt und Opposition?
Die Stadtregierung verteidigt die Maßnahmen als sachlich notwendig. Finanzstadträtin Barbara Novak verweist auf deutlich gestiegene Kosten in Bereichen wie Infrastruktur, Wasserwirtschaft oder Verwaltung.
Die Opposition beurteilt das Paket hingegen kritisch. Die ÖVP spricht von einem „rot-pinken Gebührenrausch“ und fordert strukturelle Reformen, bevor neue Belastungen beschlossen werden. Die FPÖ warnt vor negativen Folgen für die Wirtschaft und einer zunehmenden finanziellen Belastung breiter Bevölkerungsschichten. Auch die Grünen äußern Bedenken und verweisen auf inflationstreibende Effekte. Sie schlagen alternative Einnahmequellen vor, darunter eine Leerstandsabgabe oder höhere Steuern auf Zweitwohnsitze.